Reportagen aus Deutschland

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    Der Schützenverein

    von Jens Gyarmaty

    Jedes Jahr zwischen Frühling und Sommer marschieren in Deutschland über 15.000 Schützenvereine mit mehr als 1,45 Mio. Mitgliedern in traditioneller Kluft durch die Strassen ihrer Heimatorte. Es ist das Ende des Schützenjahres, dessen Höhepunkt das Schützenfest ist. Feste Riten bestimmen das Wochenende der Schützen an diesen Tagen. Von früh morgens bis in die Nacht fließt an jedem Tagesordnungspunkt der Alkohol. Zwischen Bier, Jägermeister und Korn erfüllt der Verein seinen Zweck von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Alt und Jung sitzen zusammen, es wird getanzt, gesungen und geflirtet... Soziologieprofessor Dr. Dr. Sebastian Braun von der Humboldt-Universität Berlin bezeichnet Vereine und Verbände neben staatlichen Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen als die dritte wichtige Organisationsform in modernen Gesellschaften und würdigt die Institution als eine eigene bedeutende Kraft des sozialen Zusammenlebens und als zivilgesellschaftlichen Garant für Demokratie und Wohlfahrt. Die Schützengesellschaft Bemerode von 1838 e.V. ist dafür ein gutes Beispiel. Bemerode ist ein Stadtteil von Hannover mit einer eigenen lokalen Identität. Es gibt eine geringe Sozialhilfedichte, mittelständige Strukturen und eine bürgerliche Stadtteilpolitik. Der Schützenverein bietet den Menschen hier ein soziales Umfeld und die Grundlage für eine
    gemeinschaftliche Freizeitgestaltung. Bei den wöchentliche Treffen im Schützenhaus herrscht Stammtischstimmung. Die Themen des Dorfes werden diskutiert, die Tagespolitik kritisiert und der Wert der Brauchtumspfege propagiert. Bei Skat, Bier und Beisammensein treten die Sportschützen gelegentlich zum Schiessen aus und kehren danach wieder an ihren Tisch zurück.

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    Stefan Boness: Iraks Geisterbotschaft von Berlin

    Die ehemalige irakische Botschaft in der DDR, im Januar 1991 vom Botschaftspersonal fluchtartig verlassen, ist heute eine verwahrloste Geisterbotschaft aus Saddam Husseins Zeiten im Dornröschenschlaf. Der Plattenbau aus den 70er Jahren im nordöstlichen Stadtbezirk Berlin-Pankow, dem traditionellen Diplomatenquartier der DDR, diente ab 1974 als Botschaft vom Irak. Der ölreiche Bruderstaat war der erste Staat außerhalb des Ostblocks, der die DDR 1969 diplomatisch anerkannte. Seit der plötzlichen Aufgabe der Botschaft kurz nach der deutschen Wiedervereinigung - gleichzeitig die Phase des irakischen Einmarsches in Kuwait - und der Neuerrichtung der für Gesamtdeutschland geltenden irakischen Botschaft im westlichen Zehlendorf scheint niemand mehr an dem Schicksal der stillgelegten Residenz interessiert zu sein. Das 5000 qm Grundstück mit dem markanten Plattenbau ist eine Art Niemandsland, exterritoriales Gebiet. Die Eigentumsverhältnisse sind problematisch: das Grundstück gehört der Bundesrepublik Deutschland, doch hat die Republik Irak ist ein unbefristetes und unentgeltliches Nutzungsrecht. Von außen ist die verlassene Botschaft durch Stacheldraht geschützt, im Inneren gleicht sie einem Schlachtfeld: verschlissene Möbel, zerstörte Schränke und kaputte Stühle füllen die ehemaligen Büroräume und Flure. In den verwüsteten Büros aus dem Vor-Computer-Zeitalter finden sich mechanische Schreibmaschinen, Faxgeräte, und Kopierer. Überall stapeln sich Berge von Dokumenten auf Arabisch, Akten, Broschüren und Fotos. Selbst Propagandamaterialien aus Saddam Husseins Zeiten lassen sich finden. Die vernachlässigte Irakische Botschaft ist ein Symbol der aufwühlenden Berliner Zeitgeschichte und der Umwälzungsprozesse mit welthistorischer Dimension seit dem Zusammenbruch des real-existierenden Sozialismus.

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    Thomas Langreder: Gartenkultur

    "Streifzüge durch die Gartenregion Hannover" heißt ein Buch im Hinstorff Verlag, für das Thomas Langreder die Fotos machte. Das Buch erschien passend zum Aktionsjahr, in welchem mit zahlreichen Veranstaltungen auf die Gartenschätze der Region Hannover hingewiesen werden soll. Thomas Langreder hat das ganze Spektrum der Gartenkultur fotografiert, ob großräumige Kulturlandschaften, Gartenensembles oder Kleingärten. ISBN: 978-3-356-01304-7

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